Märklin Modellbau - Die Welt zwischen Spielzimmer und Profianlage

Seit rund 150 Jahren in Betrieb, das muss erst mal einer nachmachen! Aus einer kleinen Fabrik für Blechspielwaren hat sich der heutige Marktführer in Deutschland entwickelt. So gibt es heute anspruchsvolle Stabilbaukästen noch genau so, wie Modellautos in großen Maßstäben und mit feinster Detaillierung. Doch die eigentliche „Marke“ Märklin ist die Modellbahn, nun in drei Spurweiten Spur 1 mit 45 mm, Spur H0 mit 16,5 mm und Spur Z mit 6,5 mm - übrigens die kleinste Serienmodellbahn der Welt, wenn man von neuesten Entwicklungen aus Japan absieht, wo die Fa. KK-Eishindo Triebwagen im Maßstab 1:450 anbietet. Aber Märklin Modellbau ist damit im eigentlichen Sinne nicht mehr zu betreiben.

Denn auch Märklin ist in erster Linie ein Hersteller für fertige Artikel - und Modellbau ist doch gerade der Zusammenbau, oder die eigene Gestaltung von Modellen und Landschaften. An Zubehör mangelt es dafür aber nicht. Für die Königsspur 1 gibt es fertige Häuser, in erster Linie natürlich Bahnbetriebsgebäude. Natürlich, denn ein fünfstöckiges Warenhaus hätte im Maßstab 1:32 schon eine Modellhöhe von über 60 cm. Die Spur 1 bietet mit den „Maxi“ Lokomotiven und Wagen aber immer noch Spielzeug mit Timplate Charakter aus pulverbeschichtetem Blech an. Ganz anders die Supermodelle der gleichen Spurweite. Besonders schön ist, dass die auch auf den Schienen der LGB Bahn im Garten fahren können. Dort kann nun mit sehr vielen Eigenkreationen wirklich Modellbau, mit Märklin Fahrzeugen im Mittelpunkt, stattfinden. Nur umgekehrt geht das nicht. Die LGB Bahn passt zwar auf die Spur 1, aber die Gartenmodelle haben zu tiefe Spurkränze und stoßen auf die Kleineisen der Königsspur. Doch auch für das Gegenstück, die Spur Z, mit einem Maßstab 1: 220 hat der Hersteller zahlreiche Gebäude und bahntechnisches Zubehör im Angebot. Hier ist auch feinster Modellbau mit den kleinen Kunstwerken aus dem Hause Märklin möglich. Doch diese Gestaltung ist sehr anspruchsvoll und damit nicht mehr jedermanns Sache. Jedermanns Sache ist aber die eigentliche Märklin Spur H0, mit dem berühmten, und bei Gleichstromfahrern berüchtigten, Dreileiter - Gleis mit Mittelkontakten. Als Nonplusultra eines reibungslosen Fahrverkehrs ohne Probleme bei Kehrschleifen und Gleisdreiecken gepriesen, erfahren die aber auch als Pickelschienen oder Schienen mit Akne bösartigen Spott.

Bei dem fahrtechnisch sichersten Gleis der Welt, dem Märklin C - Gleis, ist das vielleicht auch etwas berechtigt, denn die Ingenieure haben den Schienen ein Schotterbett aus Kunststoff gegeben, das weder halbwegs natürlich aussieht, noch eine ergänzende Überschotterung zulässt, weil der Kunststoffunterbau genau die richtige Höhe zwischen den Schwellen hat. Der Platz zum Nachbeschottern ist weg. Hätte man bei der Entwicklung bedacht, dass das Gleis auch mit richtiger Schotterhöhe optisch ein Spielzeug bleibt, hätte man den Kunststoffschotter besser 1-2 mm zu tief ansetzen sollen. Das hätte dem Spielzeug nicht geschadet, aber am Gleis eine natürliche Nacharbeit gestattet.

Nun, an der Gestaltung scheiden sich die Geister, aber gerade hier beginnt das, was man Modellbau nennt. Und das ist bei Märklin H0 nur mit dem K - Gleis möglich. Die, in der Tat, unübersehbaren Mittelkontakte verlieren erheblich an optischem Gewicht, wenn die Schienen vernünftig eingeschottert werden. Doch dabei besteht nach traditionellen Methoden immer die Gefahr, dass die Mittelkontakte versehentlich mit Leim bestrichen werden und zu unerwünschten Sammelstellen für Schottersteinchen werden. Es ist also gar nicht so einfach die K - Gleise richtig zu gestalten.

Doch es geht! Wir lassen uns dabei gar nicht erst auf Imitate ein, weder auf Kork als Ersatz noch auf Sägemehl oder Schlimmeres. Felsen - diese Urgetüme aus Millionen Jahren Erdgeschichte finden in unseren Tagen ihren Weg aus den Steinbrüchen in die Mahlwerke. Dort werden Sie zu Schotter für die Eisenbahn, feiner gemahlen zu Dachdeckersplit und Streugranulat gegen die Winterglätte und noch feiner gemahlen wieder zu Schotter - für unsere Modellbahn. Wir können sogar zwischen verschiedenen Korngrößen für unterschiedliche Modellmaßstäbe wählen und auch die Schotterarten aussuchen, z.B. heller Granitschotter oder dunkler Basalt. Nun haben wir „nur“ das Problem, den nun auf einfache Weise zwischen die Schwellen und an die Gleisbettkante zu bringen.

In weit entfernten Ecken ist das fast unmöglich. Aber die technisch guten Industriestücke des neuen C -Gleises können nicht die Natürlichkeit des feinen Modellschotters ersetzen, den die Zubehörhersteller anbieten. Darum formen wir aus Sperrholz oder Kork, oder auch wieder Pappmaché, ein Gleisbett. Das wird dick mit Holzleim bestrichen und dann wird das lange Gleisstück, entweder ein K - Flexgleis oder mehrere gesteckte Stücke, direkt in den Leim gesetzt. Nun braucht man nur noch den Schotter großzügig über das verleimte Gleisbett zu verteilen und er wird überall zwischen den Schwellen der Schienen, und seitlich am Schotterbett kleben bleiben - perfekt eingeschottert - ohne dass auch nur eine Schwelle beschmiert wird. Das wird einfach und gut, und das kann man nun wirklich als Märklin Modellbau betrachten.


Märklin Modellbau
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