Modelleisenbahn Fleischmann - Die Modellbahn der Profis

Dieser Werbeslogan ist eine Ausnahme: Er ist ehrlich! Doch die sprichwörtliche Fleischmann Qualität gilt auch für alle anderen traditionellen Spielzeuge, wie Blechdampfer, Dampfmaschinen, Straßenwalzen u.v.m. Im Stadtmuseum von Schwabach sind herrliche Exponate zu sehen, aus einer Zeit, lange bevor es die Modelleisenbahn Fleischmann gab. Neben einer Blecheisenbahn gab es auch Modelle in Spur 0, die beide auch im Stadtmuseum zu sehen sind. Heute fahren die Fleischmann Fahrzeuge in der Spur H0 und N im Zweileiter Gleichstrombetrieb. Markenzeichen sind die hohen Fertigungsanforderungen, eine konsequente Endkontrolle und im Ergebnis eine sehr filigrane und robuste Ausführung der Modelle. Leider konnte sich diese Qualität nicht immer durchsetzen. So gab es eine Autorennbahn, die in vielem der bekannten Carrera überlegen war, eben Fleischmann, vor allem robuster. Doch die konnte sich gegen die preiswertere Massenfertigung von Carrera am Markt nicht behaupten. Wohl aber, über lange Zeit, die Modellbahn auf dem Profigleis.

Mit diesem Gleis ist ein wirklich großer Wurf gelungen. Es hat ein eigenes Schotterbett, was eigentlich jedem Modellbahngestalter schon suspekt erscheinen müsste. Hat man doch die technisch brillanten, aber gestalterisch unzureichenden Gleiskörper des Märklin C-Gleises vor Augen und Roco Line ist in dieser Hinsicht auch nicht viel besser. Ist der Schotter auf diesen Kunststoffkörpern eher mit halb eingegrabenen Globuli Kügelchen aus der Homöopathie zu vergleichen, sind die Schottersteinchen bei Fleischmann kantiger und recht natürlich. Damit erspart man sich das mühevolle Einschottern zwischen den Schwellen. Wird dieser Innenbereich des Gleises mit künstlichem Rost, Ölflecken und Alterungsfarbe behandelt, ist es - angesichts der geringen Mühe - als fast perfekt anzusehen. Der eigentliche Clou dieses Gleises ist aber die zu geringe Höhe und Breite des Schotterbettes. Es endet, dann konisch abfallend, direkt am Ende der Schwellen. Setzt man unter diesen, zu niedrigen, Unterbau ein Stück Sperrholz oder Kork, ebenfalls konisch zugeschnitten, erhält die Bettung die richtige Höhe. Erstellt man die auch in der richtigen, maßstäblichen Breite, muss nur noch die Außenkante des Gleisbettes mit natürlichem Schotter aufgefüllt werden. Hier sollte man hellen Granitschotter verwenden, der herstellerseitig etwas rundlicher ausfällt als der dunkle Basaltschotter. So ergibt sich in der Form der Körnung zum Fleischmannschotter zwischen den Schwellen kaum ein Unterschied. Das geht mit einem Leimstrich einfach und schnell, ohne Fummelei zwischen den Schwellen. Erst abschließend sollte das gesamte Gleisbett farblich einheitlich behandelt werden. Nun hat man aus der Hauptblickrichtung auf eine Modellbahn, von schräg oben, ein wirklich professionell eingeschottertes Gleis. Möge es uns noch lange erhalten bleiben.

Das ist jedoch leider nicht völlig sicher. Unter dem Dach der Modelleisenbahn Holding GmbH, zusammen mit dem Mitbewerber Roco, zeigt die neueste Homepage von Fleischmann viele H0 Lokomotiven als Auslaufmodelle. Auch die im Gleis nachrüstbare flexible Zahnradstange, eine modelltechnische Meisterleistung, dürfte davon betroffen sein, denn auch die zugehörige Elektrolok ist ein Auslaufmodell. Strenge Produktstraffung aus wirtschaftlichen Gründen zwingt dazu. So wird dort auch angekündigt, dass Fleischmann H0 sich auf die Epochen I und II mit Sammlermodellen spezialisieren wird. Ganz offensichtlich ist jedoch, dass Fleischmann der N Sektor vom Firmenmanagement zugedacht ist. Da ist die volle Palette der unendlich vielen Fahrzeugmodelle vorhanden.

Interessant ist hier, dass das N Gleis ebenfalls mit (zu kleinem) Schotterbett angeboten wird. Da die Einschotterung in Spur N wegen der Erhaltung der einwandfreien Fahreigenschaften, noch viel mühevoller ist, als bei H0, kann man hier auch, wie oben beschrieben, auf eine bloße Beschotterung von außen zurückgreifen. Das ist ein unschätzbarer Vorteil. Auf ein künstliches Verrosten sollte man bei N jedoch verzichten, da ein hochviskoser Farbauftrag ebenfalls bedenklich für die Fahreigenschaften des feinen Gleises ist. So bleiben die Neusilberschienen gestalterisch unzulänglich glänzend, oder müssten mit dünner Kaseinfarbe (Plaka) oder stumpfem Modellbaulack fein nachgestrichen werden. Das ist aufwändig, weil die Schwellen ja nichts davon abbekommen sollen.

Umso bedauerlicher ist es, dass diese feinen Gleise nicht mit brünierten Schienen hergestellt werden, wie das weiland bei Arnold der Fall war. Aber ein Tipp: Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Arnold bei Hornby wiedererstehen soll. So zieht, auf dem Bild unten, die kräftige V 212 von Fleischmann in Spur N, auf selbst eingeschottertem 9 mm Arnoldgleis, einen Güterzug durch Oberbayern. Natürlich macht die ganze Arbeit einer feinen Gleisbeschotterung nur dann Sinn, wenn die übrige Modellanlage ebenso präzise und filigran gestaltet ist. Nach neuesten Veröffentlichungen ist das jetzt möglich, weil auch die Modellvegetation entsprechend filigran zur Verfügung steht. Selbst kleine Büsche und Sträucher sind nach professionellen Anleitungen, dauerhaft haltbar und elastisch, auch für Spur N selbst zu bauen. Die Bäume zeigen jedes Blatt und haben selbstverständlich auch, je Baumart, unterschiedliches Laub. Was in N möglich ist, kommt natürlich erst recht der großen Schwester H0 zugute. So wird man, mit guter eigener Gestaltung, der Qualität der Modelleisenbahn Fleischmann in beiden Spurweiten gerecht und schafft sich seine gestalterische Traumanlage - die Modellbahn der Profis.


Modelleisenbahn Fleischmann
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