Modelleisenbahn Zubehör - das Universum ohne Ende

Stellt man eine Dampfmaschine oder einen Elektro- bzw. Dieselmotor auf Räder und lässt sie dadurch antreiben, hat man eine Lokomotive. Hängt man einige Wagen an, ist das eine Zuggarnitur, die der Laie schlicht „Eisenbahn“ nennt. Ein Modell davon ist eine Modelleisenbahn. Alles andere ist Modelleisenbahn Zubehör!

Im weitesten Sinne ist damit auch eine Tischlerplatte, die zur Bodenfläche einer Modellanlage wird, „Zubehör“. Das meint natürlich niemand. Doch Schienen und Weichen sind schon Zubehör und Signale, Schranken, Tunnel und Bahnhöfe sowieso. Der erfahrene Modelleisenbahner unterscheidet hier die letztgenannten als bahntechnisches Zubehör und die übrigen Elemente einer Modellbahn als Gestaltungszubehör. Es gibt aber eine andere Art der Zuordnung, die für die Praxis des Anlagenbaus wesentlicher ist. Fertig zu kaufendes Zubehör unterscheidet sich deutlich von Bauformen oder Teilen, die weiterverarbeitet werden. Davon hebt sich als königliche Kaste jenes Zubehör ab, das der Modellbauprofi völlig selbst herstellt. Dabei werden auch die Epochen besser berücksichtigt.

Die fertigen Stücke, wie Schienen und Tunnelportale können durch den Ansatz von Rost, bzw. Patina oft noch verbessert werden, sind aber auch im gekauften Zustand einsetzbar. Gebäudebausätze aus Plastik verlangen einen präzisen Zusammenbau, ergeben dann aber immer das gleiche Modell. Diese Uniformität wird durch den Einsatz von Silikonformen aufgehoben. Gipsabgüsse ermöglichen eine sehr viel natürlichere und variablere Verwendung. So kann ein Gebäude dreistöckig oder auch fünfstöckig werden, aus der gleichen Form. Durch Anbauten und Umbauten entstehen so aber auch völlig neue Kreationen. Gipsmodelle lassen sich auch mit Lasuren natürlicher färben, als Plastikmodelle. Mit denen ist es auch schwierig einem fabrikneuen Modell massive, morbide Altersspuren anzusetzen. Anders bei Gipsmodellen, die sogar zu Ruinen mutieren können. Aber immer bleibt der Gestalter auch hier auf die Vorleistung industrieller Silikonformen angewiesen.

Es ist jedoch unstrittig, dass es Zubehör gibt, das mit angemessenem Aufwand nicht selbst erstellt werden kann. Als Beispiel seien hier filigrane Masten für Oberleitungen genannt. Die industriell hergestellten Fahrdrähte sind aber produktionsbedingt immer zu dick. Da sie im Zeitalter der Digitalisierung funktionslos sein können, ist hier ein ergänzender Selbstbau eine anspruchsvolle Aufgabe. Aus sehr dünnen Drähten können Fahrleitungen auf einer Schablone selbst verlötet, und dann zwischen die filigranen Industriemasten gesetzt werden. Die Kombination ergibt ein perfektes Bild.

Völlig frei ist der Modellbahner bei der Selbstherstellung von Zubehör. Aus Karton können auch ohne Lasercut Gebäude erstellt werden - genaues Messen und ein scharfer Stechbeitel genügen. Besonders reizvoll ist aber die Erstellung von dreidimensional wirkenden Reliefmodellen für den Hintergrundabschluss. Überdies gibt es solche Modelle nicht zu kaufen. Käufliche Hintergrundmodelle sind entweder halbierte, vollplastische Modelle, Frontalreliefs ohne Perspektive, oder perspektivische Fotos mit aufgesetzten Applikationen. Mit den nur ca. 3mm starken, aber perspektivischen Reliefs kann ohne jeden Platzverbrauch eine enorme räumliche Tiefenwirkung erzielt werden. Hat man ein solches Reliefgebäude selbst erstellt, ist es natürlich viel zu schade um nur einmal eingesetzt zu werden. Deshalb empfiehlt es sich, es als verlorene Positivform zu verwenden und in einer Silikonform abzuformen. Der Gipsabguss daraus ist nun beliebig reproduzierbar. Da man aber selbst nicht zahlreiche gleiche Gebäude braucht, kann man Gipsabdrücke an Modellbahnfreunde verschicken, die sie verwenden können. Im Gegenzug gibt es dann Reliefmodelle von anderen Modellbahnern. Das bereichert die Landschaftsgestaltung, besonders für die schwierige Hintergrundgestaltung ungemein. In Kürze erscheinen dafür auch professionelle Anleitungen, die die genaue Festlegung der Horizontlinien, die Winkel der Fluchtlinien etc. genau erklären und festlegen, damit alles zueinander passt. Dennoch ist der Modellbahner mit diesen Arbeiten bei der Gestaltung seiner eigenen Kreationen von allen industriellen Vorleistungen frei.

Die eigentliche Domäne des selbstgebauten Zubehörs ist jedoch die Landschaft selbst. Felsen können ebenso selbst gestaltet werden, wie wirklich fließendes Wasser. Dazu braucht man weder die Hartschaumfelsen, noch muss man auf Gips herum hämmern, man braucht weder welliges Plexiglas, noch Gießharz. Besonders aber bei der Vegetation öffnen sich mit neuesten Veröffentlichungen Tür und Tor. Filigrane Bäume, getreu nach Baumarten, können so mit kostenlosem Naturmaterial hergestellt werden, dass sie nicht verspröden - und jede Baumart bekommt ihr eigenes Laub. Das gilt für 30 cm hohe H0 Baumgiganten, wie für winzige Koniferen, an denen man die einzelnen Nadeln sehen kann, in gleicher Weise. Schilf mit feinen, buschigen Fruchtständen im Hochsommer, verschneite Tannen mit feinen Zweigen, Weißdornbäumchen mit roten Beeren und der goldene Ahorn im Herbst sind ebenso darstellbar, wie das zarte Frühlingslaub der Rotbuche und der Linde. Hier wird der Begriff Zubehör eigentlich schon über den Namen hinaus gehoben. Modelleisenbahn Zubehör ist nun nicht mehr Nebensache, sondern erhält mit wertvollen Solitärobjekten eine eigene Qualität, die die ganze Modellbahnanlage zu einem künstlerisch gestalteten Unikat macht.

Modelleisenbahn Zubehör
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