Roco Modellbau - die leise Kraft im feinen Mantel

Das Erdöl war es, das die Kunststoffe ermöglichte - und die ermöglichten Roco Modellbau! Weit ging der Blick aus der Alpenrepublik in die Welt - eine Welt die 1960, jenseits des großen Teiches, noch die Panzerschlachten des 2. Weltkriegs nacherlebte. Und dorthin gingen nun die, erstmals aus Kunststoffspritzguss gefertigten, filigranen Minitanks des österreichischen Ingenieurs Rössler. Gar nicht genug kriegen konnten die Amis davon. Doch die Tanks fuhren auf der Eisenbahn an die Front und so war es nur logisch, dass alsbald auch hierfür die Spritzgussformen bahnbrechend wurden. Als 1967 die ersten H0 Eisenbahnmodelle von Roco auf den europäischen Markt kamen, waren sie eine Sensation. Nicht nur wegen ihrer Genauigkeit, sondern auch wegen ihres Preises. Schließlich war Metallspritzguss das Herstellungsverfahren der Zeit und das war sehr viel teurer.

Die Modelle waren durch den Kunststoff leichter, erhielten aber durch Gewichte genügend Reibungsdruck auf den Schienen um hervorragende Laufeigenschaften zu entwickeln. Die Zugkraft und Geräuscharmut der Triebfahrzeuge verdanken sie dem speziell entwickelten Rocomotor.

Vorbildgetreue Präzision ist die Grundidee, die bis heute durchgängig verwirklicht wurde. Das geoLine Gleissystem hatte zwar mit dem Unsinn von vielen Schienenpassstücken Schluss gemacht und bot ein robustes Gleis mit Schotterunterbau, entsprach aber eben nicht der Hausphilosophie von der Modelltreue. So wurde das Roco Gleis mit 2,5 mm Schienenprofil, vielen Radien und Flexgleisen parallel angeboten. Wirklich modellgerecht, und den Anforderungen der Zeit entsprechend, ist aber das niedrige Schienenprofil mit nur 2,1 mm Höhe. Beim Roco Line Gleissystem gibt es nun sogar die Wahl zwischen Holz- und Betonschwellen. Doch damit nicht genug, die Kurzkupplungen verringerten den Wagenabstand und die Feinheit der Gestaltung übertrug sich auch auf die Modelle in der Spur N. Ein großer, schwerer Güterwagen bekam einen Schienenschleifklotz untergesetzt und so wurden mit dem Roco Clean die stromführenden Profile während der Fahrt automatisch gereinigt. Das Bild unten zeigt ihn in einer norddeutschen Flachlandschaft in Aktion, während die schwere Diesellok V 220, die bei Roco in Spur N die Betriebsnummer 220 027-7 führt, an einem kleinen, ländlichen Gewerbegebiet in der frühen Epoche IV vorbei zieht.

Solche Präzision ist aber nur dann sinnvoll, wenn die gestaltete Landschaft dem auch entspricht. Die Roco Line Gleise, aber auch die N Gleise wirken nur wenn sie perfekt eingeschottert sind, und möglichst auch noch ein wenig rostig. Das ist aber, besonders in Spur N, nicht immer ganz einfach. Gibt es auch gute Automodelle und feine Preiserleins, ebenso filigrane Hausbausätze, so ist doch die für Spur N angebotene Begrünung oft zu grobschlächtig. Da hilft nur der Selbstbau. Das gilt selbstverständlich auch für H0. Es gibt seit neuestem Anleitungen für den professionellen Selbstbau von Bäumen. Die können mit echtem Laub so fein gestaltet werden, dass sie mit allen zarten Zweigen auch in Spur N natürlich wirken. Dass dabei auch einzelne Baumarten vorbildgetreu zu unterscheiden sind und jede Baumart ihr eigenes Naturlaub erhält, versteht sich fast schon von selbst. Wichtig ist aber, dass die Baumformen nicht einfach von H0 nach N übertragen werden können. Eine Eiche hat nun einmal eine große, kugelige und windschiefe Krone. Nimmt man eine junge, kleinere Eiche aus H0 und setzt die in N ein, hat der dort ausgewachsen wirkende Baum, die Kronenform eines Jungbaums. Und schon ist die übliche Praxis, einfach kleinere Modellbäume aus H0 in die N Anlage zu pflanzen, gescheitert - zumindest wenn man der Modelltreue gerecht werden will, die die Fahrzeuge bieten. Also sollte man sich das Neuland erobern und unter professioneller Anleitung solche Bäume selber bauen - und zwar so, dass sie nicht verspröden oder gar nach kurzer Zeit zerbrechen. Damit aber nicht genug.

Felsen können nach echten Vorbildern so gestaltet werden, dass sie nach gekonnter Bemalung nicht mehr von echten zu unterscheiden sind. Das geht nur mit Lasurtechnik, also der Überlagerung mehrerer transparenter Farbschichten. Moos sollte auf den Dächern der Häuser nicht fehlen. Aber das kann man nun nicht aus Microflocken einfach aufkleben, es wäre viel zu grob. So wird feinster Zellulosestaub selbst hergestellt und gefärbt, wobei hier die blaugrüne Färbung der dicken Flechten von der tiefgrünen, schmutzig wirkenden, dünnen Algenablagerung deutlich zu unterscheiden ist. Teerstraßen gibt es zu kaufen. Aber gibt es auch Risse im Asphalt? Gibt es Ausbesserungsstellen in unterschiedlichen Bitumenfarben und Korngrößen? Das alles gehört aber zu einer Modelleisenbahn, die der Vorbildtreue des Roco Modellbau gerecht werden will - egal in welcher Spurweite. Und darum sind unsere Bauanleitungen zum Selbstbau eine Fundgrube für jeden Modellbahngestalter. So wird aus dem Einsatz der traumhaften Rocomodelle, ergänzt durch perfekten Eigenbau, eine Traumanlage, von der man bisher nicht zu träumen wagte.


Roco Modellbau
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